Was schützt Sie beim Spielen am Handy?
Eine bundesweite Sperre, ein gemeinsames Monatslimit und feste Grenzen für das einzelne Spiel, bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Dazu kommt eine Beratung, die Sie auch ohne Sperre anrufen können.
Glücksspiel kann süchtig machen, auch in kleinen Beträgen und auch auf dem Telefon. Gerade das Handy macht es leicht, zwischendurch weiterzuspielen: Es liegt immer in Reichweite, die App startet mit einem Tippen, und eine Einzahlung dauert Sekunden.
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 setzt deshalb Schutzmechanismen, die nicht an einem einzelnen Konto hängen, sondern über alle erlaubten Anbieter hinweg greifen. Die Sperre über OASIS gilt bundesweit,1 das Einzahlungslimit zählt anbieterübergreifend.2 Für jedes einzelne Spiel gibt es zusätzlich einen Höchsteinsatz.3
Keiner dieser Mechanismen ersetzt ein Gespräch. Wer merkt, dass Spielen mehr Zeit, Geld oder Gedanken einnimmt als geplant, muss nicht erst eine Sperre beantragen, um Hilfe zu bekommen. Deshalb kommt auf dieser Seite die Beratung zuerst und die Technik danach.
Welche Wege gibt es, sich zu schützen?
Vier Wege, die sich nicht ausschließen. Jeder lässt sich für sich nutzen, und keiner setzt einen anderen voraus.
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Reden
Die Telefonberatung des BIÖG zur Glücksspielsucht ist anonym erreichbar, auch ohne Sperre.
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Sperren
Über das Spielersperrsystem OASIS lässt sich eine Selbstsperre eintragen, die bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis erkannt wird.1
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Begrenzen
Für Einzahlungen gilt ein Monatslimit, das alle erlaubten Anbieter zusammen betrifft und über die Limitdatei LUGAS überwacht wird.2
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Abschalten
Am eigenen Handy lassen sich Apps löschen, Benachrichtigungen abstellen und gespeicherte Zahlungsdaten entfernen.
Wo finde ich Hilfe, wenn das Spielen zum Problem wird?
Beim BIÖG: „Anonyme & kostenlose BIÖG-Telefonberatung zur Glücksspielsucht: 0800 1 37 27 00“. Informationen stehen auf bioeg.de.
Sie können dort anrufen, wenn Sie sich Sorgen um Ihr Spielen machen, und müssen dafür keinen Namen nennen. Die Nummer lautet 0800 1 37 27 00; auf dem Handy genügt ein Tippen darauf, um den Anruf zu beginnen.6
Weitere Informationen gibt es auf der Website bioeg.de.6 Der Satz, der auf jeder Seite dieser Website im Fußbereich steht, verweist ebenfalls dorthin: „18+. Glücksspiel kann süchtig machen - Hilfe finden Sie auf https://www.bioeg.de/“.
Ein Anruf verpflichtet zu nichts. Er ist auch dann sinnvoll, wenn Sie nur unsicher sind, ob Ihr Spielen noch in Ordnung ist, oder wenn Sie vor einer Sperre wissen möchten, was sie für Sie bedeutet.
Wie wirkt eine Selbstsperre über OASIS?
OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem. Wer dort gesperrt ist, wird bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis erkannt, am Handy wie am Rechner.
Das Sperrsystem beruht auf § 8 des Glücksspielstaatsvertrags 2021.1 Eine Sperre dort gilt nicht nur bei dem Anbieter, bei dem Sie gerade angemeldet sind, sondern bei allen Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Eine andere App oder ein neues Konto bei einem anderen Anbieter hilft deshalb nicht dabei, sie zu umgehen, und genau das ist ihr Zweck.
Eintragen lässt sich eine Selbstsperre über eine Seite des Regierungspräsidiums Darmstadt: Spielersperrsystem OASIS – Eintragung.5 Lesen Sie dort vor der Eintragung die Bedingungen, die das Regierungspräsidium nennt. Einzelheiten zu Dauer und Aufhebung einer Sperre geben wir auf dieser Seite nicht wieder, weil wir nur aufschreiben, was wir an der Quelle nachgelesen haben.
Eine Sperre ist ein bewusster Schritt, und sie wirkt gerade dann, wenn der Wunsch weiterzuspielen stark ist. Wer unsicher ist, ob sie der richtige Weg ist, kann vorher mit der Beratung des BIÖG sprechen.
Was leistet das Monatslimit über LUGAS?
Es begrenzt Einzahlungen auf grundsätzlich 1.000 € im Monat, und zwar bei allen erlaubten Anbietern zusammen. Überwacht wird das über die Limitdatei LUGAS.
Das Limit hängt an Ihrer Person, nicht an einem einzelnen Konto.2 Auf dem Handy sind mehrere Anbieter schnell nebeneinander geöffnet, jeder mit eigener Kasse; das Limit verteilt sich trotzdem auf alle zusammen. Wer bei einem Anbieter 700 € eingezahlt hat, kann im selben Monat bei einem anderen noch höchstens 300 € einzahlen.
Das Wort „grundsätzlich“ hat seinen Grund. Einen abweichenden Betrag darf ein Anbieter nur im Einzelfall festsetzen, wenn seine Erlaubnis das vorsieht.2 Der gesetzliche Grundwert bleibt 1.000 € im Monat.
Ein Limit sagt nur, wie viel höchstens möglich ist, nicht, wie viel vernünftig ist. Die Summe über alle Konten zeigt Ihnen keine einzelne Kasse. Eine schlichte Notiz im Telefon, in der Sie jede Einzahlung mit Datum festhalten, macht sichtbar, was die einzelnen Konten verbergen.
Welche Grenzen gelten für das einzelne Spiel?
Grundsätzlich höchstens 1 € Einsatz je Spiel; bis 3 € ab 21 Jahren und bis 5 € nach 90 Tagen nur bei Anbietern, die diese Stufen der GGL anbieten. Keine Jackpots, und die Erlaubnis umfasst nur virtuelle Automatenspiele (Slots).
Der Höchsteinsatz steht in § 22a Abs. 7 GlüStV 2021: Ein Spiel darf grundsätzlich höchstens einen Euro kosten.3 Seit dem 1. Juli 2026 erlaubt eine Richtlinie der GGL, einzelnen Spielenden höhere Stufen zu gewähren: bis 3 Euro ab 21 Jahren, bis 5 Euro erst nach 90 Tagen ohne suchtauffälliges Spielverhalten und mit zusätzlicher Überwachung durch den Anbieter. Ob ein Anbieter das anbietet, entscheidet er selbst; die Regel gilt zunächst bis Ende 2027.7 Jackpots sind bei virtuellen Automatenspielen verboten, und die Erlaubnis umfasst nur virtuelle Automatenspiele (Slots).3
Diese Grenzen ändern nichts daran, dass sich kleine Beträge über viele Spiele summieren. Welche Spiele am Handy mit deutscher Erlaubnis angeboten werden, erklärt der Ratgeber Spiele am Handy.
Was können Sie am eigenen Handy einstellen?
Apps löschen, Benachrichtigungen abschalten, gespeicherte Zahlungsdaten entfernen und die Nutzungszeit begrenzen. Diese Schritte ersetzen keine Sperre, machen das spontane Weiterspielen aber schwerer.
Viele Smartphones haben in den Einstellungen eingebaute Funktionen, mit denen sich die Nutzungszeit einzelner Apps begrenzen oder bestimmte Websites sperren lassen. Wie sie heißen und wo sie liegen, hängt vom Gerät und seinem Betriebssystem ab. Ein Blick in die Einstellungen oder in die Hilfe des Herstellers zeigt, was Ihr Telefon anbietet.
Einiges geht ohne jede Einstellung. Löschen Sie Apps von Anbietern, die Sie nicht mehr nutzen möchten, und entfernen Sie Lesezeichen und gespeicherte Anmeldedaten im Browser. Schalten Sie Benachrichtigungen ab, damit kein Hinweis auf ein Angebot auf dem Sperrbildschirm erscheint.
Bei Zahlungsdaten lohnt derselbe Gedanke. Eine im Browser oder in einer Wallet gespeicherte Karte macht jede Einzahlung zu einem einzigen Tippen. Wer die Daten jedes Mal neu eingeben muss, hat einen Moment mehr, um sich zu fragen, ob er wirklich weiterspielen will.
Solche Hürden lassen sich mit wenigen Handgriffen wieder abbauen. Sie helfen im Alltag, sind aber kein Ersatz für die Sperre über OASIS, die bei allen erlaubten Anbietern zugleich greift.
Für welche Anbieter gilt dieser Schutz?
Die Regeln auf dieser Seite gelten für Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Welche das sind, zeigt die Whitelist der GGL.
Sperre, Monatslimit und Spielgrenzen stehen im Glücksspielstaatsvertrag und hängen an der deutschen Erlaubnis.3 Welche Anbieter eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für virtuelle Automatenspiele haben, steht in ihrer amtlichen Whitelist.4
Entscheidend ist dabei die genaue Domain, nicht der Markenname. Vergleichen Sie die Adresse in der Adresszeile Zeichen für Zeichen mit dem Eintrag in der Liste. Welche Anbieter wir auf diese Weise abgeglichen haben, steht im Überblick Mobile Casinos & Spielotheken.